| Eine Ode an das Maitannli |
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Man sieht sie mittlerweilen nur noch vereinzelt, wohl dann, wenn die Stellbuben nebst ihrem Meitschi noch tausend andere Sachen im Kopf haben und noch keine Zeit fanden, die mit viel Fleiss und Schweiss aufgestellte Maitanne wieder zu fällen (Obwohl beim Aufstellen offenbar immer mehr technische Hilfsmittel eingesetzt werden und zumindest der Schweiss wegfällt. Ich wage allerdings zu behaupten, dass ein Maitannli immer noch von Hand aufgestellt gehört.) Auch ich darf mich seit dem 1. Mai 2010 zur Gilde der Stellbuben zählen. Wie in unserem Song „Bschütti“ beschrieben, brachte auch uns die Nacht vom 31. April auf den 1. Mai sowohl Ärger (wenn auch nur ganz wenig; Schwiegermutters Rosenstöcke lassen grüssen) wohl aber viel Ehre und Ruhm ein. Als schönste Tanne weit und breit in diesem Jahr wurde unser Werk gelobt. Diesen Titel teilten wir allerdings höchst wahrscheinlich mit Duzenden von anderen Stellbuben….. Dieser in meinen Augen wunderbare Brauch hat in weiten Teilen des Oberaargaus sämtliche technischen Fortschritte (abgesehen von den erwähnten neuen Hilfsmitteln beim Aufstellen), die Finanzkrise als auch die Globalisierung überlebt und ist ein in diesem Sinne lebendes Beispiel dafür, dass Tradition und Fortschritt keine sich ausschliessende Faktoren sind. Im Gegenteil, ist doch Fortschritt und Wachstum nur auf einer gesunden Basis möglich. Denn was auch turbulente Zeiten, Trends und Modeerscheinungen überlebt, ist standhaft und weist eine nachhaltige Qualität auf (im positiven wie auch im negativen Sinne). In unserer schnelllebigen und egoistischen Zeit sind Eigenschaften wie wahre Grösse, Aufrichtigkeit, Standhaftigkeit, Traditionsbewusstsein und Ehrlichkeit leider nicht mehr alltäglich. Mir scheint, als vereine das Maitannli all diese Eigenschaften und stehe wie ein Mahnmahl an so manchem Balkon schöner Mädchen. Nur schade, dass sie jeweils nach einem Monat wieder gefällt werden…
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Kommentare
Würd mich über eine Antwort freuen!
Lieber Gruss Marlise
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