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Unsere Freunde

O-stern

Vergangenes Wochenende war es wieder soweit. Exakt hundert Tage nach Weihnachten stand ein weiterer Höhepunkt im christlichen Kalender auf dem Programm: Eier in verschiedensten Ausführungen, Geschmacksrichtungen und Farben wurden verspiesen, der Papst sammelte seine Schäfchen auf dem Petersplatz und alle Fastenden fanden nach vierzig Tagen ihre Erlösung im traditionellen Osterbrunch (oder im wieder erlaubten Facebook-Zugriff).

Doch kaum einer weiss noch, wem wir die drei Feiertage zu verdanken haben, geschweige denn, was Ostern überhaupt bedeutet. Während Weihnachten nebst den Geschenken und dem „Samichlous“ noch irgendwie mit einer Geburt, Hirten und einem Stern in Verbindung gebracht wird, „happerts“ bei den österlichen Feiertagen doch schon gewaltig, obwohl Karfreitag und Ostern mit dem Tod und der Auferstehung von Jesus Christus doch die Grundlage des christlichen Glaubens und somit unserer christlichen Kultur sind oder eben wären. So gehen Grundlagen unserer Kultur, insbesondere auch der landwirtschaftlichen Kultur und deren Werte verloren. (Wie im ersten Blog ausführlich erläutert, versuchen wir als Band diesem Trend Gegensteuer zu geben.)

Ostern ohne Karfreitag resp. Auferstehung ohne Tod ist wie ein Schmetterling ohne Larve oder wie Laurel ohne Hardy (falls diese Beiden überhaupt noch bei Irgendwem bekannt sind und nicht auch aus unserem Bewusstsein verschwunden sind). Das Eine entsteht aus dem Anderen respektive setzt deren Existenz voraus. Obwohl eigentlich äusserst traurig, braucht es den Tod (oder zumindest die Verpuppung) einer Raupe, um mit der Entstehung des Schmetterlings neues, besseres Leben hervorzubringen. Aus alt wird neu, aus gut wird besser und manchmal muss auch geliebtes „sterben“, um Neuem und hoffentlich Besserem Platz zu machen. Doch ist diese Kausalität stichhaltig oder wie es die Schweizer Powern ausdrücken: Bleibt bei Allem was stirbt auch wirklich das Gute übrig? Was im Grunde genommen als sanfte Kritik am evolutionistischen Grundgedanke zu verstehen ist, beschäftigt die Landwirtschaft und somit uns als Band. Schwache und unbrauchbare Glieder sterben aus und werden durch stärkere ersetzt oder fallen gleich ganz der Rationalisierung zum Opfer. (Im Lied „Chäserei“ nehmen wir uns dieser Problematik im Bereich der Milchwirtschaft an.)

Wir als Powern sind überzeugt, dass die Verwässerung unserer Werte und somit in einem weiten Sinne der „Tod“ unserer abendländischen und ländlichen Kultur zwar etwas Neues aber keinesfalls Besseres hervorbringen wird. Was heute wohl als „anti-liberal“, altmodisch und „hinterwäldlerisch“ bezeichnet wird, hat Jahrhunderte lang das Denken und Handeln unser Urväter geprägt und getragen. Die Frage sei erlaubt, wieso uns diese Werte auch im 21. Jahrhundert nicht mehr tragen sollten.

 

 

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