| Sigi |
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Kürzlich waren wir mit Sigi (dem Bären unter unseren Gitarristen) auswärts essen – Abschied feiern. Vor einiger Zeit hat er uns mitgeteilt, dass er die "Schweizer Powern" auf Ende Jahr verlassen werde.
Es tut weh, wenn einer geht. Auch wenn es Gründe gibt dafür, und sogar dann, wenn diese einsichtig sind. Sigi hat in Langenthal die Leitung einer Beiz, der "Traube", übernommen und steht seit anfangs Jahr hinter dem Tresen. Bei einem solchen Job sind freie Abende und Wochenenden für Bandproben und Konzerte extrem rar. Wer sind wir, dass wir so was nicht verstünden oder einen solchen Entscheid verurteilen könnten, ausgerechnet wir, die wir in unseren Liedern das Sterben einer Dorfbeiz beklagen? Sigi wird der Beiz Atmosphäre geben.
Und er wird Musik in die "Traube" bringen, eine Plattform bieten für Musikerinnen und Musiker. Bereits stehen Instrumente und Verstärker dort für spontane Jam-Sessions, und auch er selbst wird zwischendurch in die Saiten greifen. Vielleicht ist das alles sogar der erste Schritt zu einem künftigen kleinen Kulturtreff ... Und doch. Für uns, die wir zurückbleiben, ist es ein Verlust, ein Abschied, der nachdenklich stimmt. Ungefähr so müssen sich Bauern fühlen, wenn wieder einer den Hof aufgibt – Die echten Bauern natürlich. Nicht diejenigen, die nur gerade so weit denken, dass jetzt wieder Bauernland frei wird, und die sich heimlich über alle freuen, die als Konkurrenz ausscheiden. Es gibt sie, die anderen, denen es nahe geht, wenn einer geht.
Klar "Keiner ist unersetzbar", so heisst es ... und wenn wir die reine Funktion betrachten, mag der Satz stimmen: Es geht ohne Sigi; wir haben es ausprobiert. Die fehlenden Gitarrenparts machen Max und Alex durch Mehreinsatz an Gitarre und Keyboard wett. Es geht ohne Abstriche. Aber er fehlt uns, und auf einer menschlichen Ebene ist eben im Grunde jeder unersetzbar. Denn wir sind Originale, jeder Mensch mit seinen Ecken und Kanten. Und wenn einer nicht gerade dem Teufel vom Karren gefallen ist, bereichert er durch sein Leben das Leben vieler anderer.
Die "Schweizer Powern" werden an ihren nächsten Konzerten nicht Trauer tragen, aber wir spüren ihn wieder, den Wermutstropfen, der unseren Sound bei allen Pointen seit je her durchzieht. Das macht unsere Musik weder ärmer noch unsere Botschaft depressiver. Nur unser Lachen wird abgründiger und unser Ernst glaubwürdiger.
C' est la vie - vermisse di... |



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